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Der Jakubijan-Bau

Januar 14, 2008 von sandrabrunsch

Heute möchte ich ein Buch vorstellen. Dazu muß ich gleich erwähnen, dass ich ein Lese-Muffel bin. Das glaube ich zumindest, denn ich schaffe es nicht, viele Bücher zu lesen. All zu oft verschrecken mich sogar Leseversuche. Dann langweilen mich die ersten 50-100 Seiten so sehr, daß ich die folgenden verweigere. Und wie nach einer unerwiderten Liebe schütze ich mich vor der nächsten Enttäuschung, indem ich nicht ans Lesen denke. Es ist ja auch nicht so, dass man als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft am Lesen gänzlich vorbeikommen würde. Im Gegenteil eine ganze Menge Text ist zu bewältigen, um stets am Ball zu bleiben. Wenn ich da nur ans Internet denke - all die verlockenden Informationen und zu wenig Zeit um alles zu lesen.
Nun aber zurück zu meiner Buchvorstellung. Im Herbst zu meinem Geburtstag rief ich die Familienmitglieder aus meinem nahen Umfeld zusammen, um mit mir das Leben zu feiern. Besonders habe ich mich über den Besuch meines Onkels gefreut. Der Zufall hat es möglich gemacht, dass er zu meinem Geburtstag im Land war. Er hat mir ein Buchgeschenk mitgebracht – „Der Jakubijan-Bau“ von Alaa Al Aswani. Ein Roman quer durch die ägyptische Gesellschaft oder zumindest durch einen Teil dieser, wie sie sich darstellt im Großstadt-Koloß Kairo der späten 90ziger Jahre des 20sten Jahrhunderts. Jene Jahre in denen ich diese besondere Stadt auf meine Art kennen und auf eine Art auch lieben lernte. Aus diesem Grund war es für mich um so spannender in diese Welt wieder einzutauchen und meine Erinnerungen lebendig werden zu lassen. Wie habe ich das Buch genossen! Aber auch ohne jede Bindung zur Stadt verschafft es großen Lesespaß. Die Charaktere sind einfühlsam beschrieben. Das macht sie interessant und bald ist es nicht egal, wie das Buch endet, man brennt darauf alles zu erfahren und will nichts verpassen. Einmal lesen reichte mir nicht und zweimal kurz hintereinander war mir zu naheliegend im doppelten Sinne. Da habe ich mir vor lauter Begeisterung auch die englische Fassung “The Yacoubian Building” gekauft und danach das arabische Original „Imarat Yaqubian“ . Und das obwohl mein Arabisch grottenschlecht ist und ich Monate mit Buch und Nachschlagewerk verbringen müßte, um es zu knacken. Lieblingspassagen im Original nachzulesen reicht ja auch – mir jedenfalls. Und weil das Buch mit viel Mut Dinge beschreibt, die sonst im Land nur getuschelt werden (ein Wunder, dass es ohne viel Lärm zum Druck kam) und großen Anklang bei der Leserschaft fand, wurde es zu einer Filmvorlage, Alhamdu lillah! – Gott sei Dank!

Veröffentlicht in Bücher, Kairo, Ägypten | Getaggt Al Aswani, Alaa, arabisch, Ägypten, Buch, Film, Großstadt, Großstadtmillieu, Jakubijan-Bau, Kairo, Literatur | Keine Kommentare

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